Interventionelle Radiologie

Prostata-Embolisation bei benigner Prostatahyperplasie

Spe­zi­el­le mi­ni­mal-​in­va­si­ve The­ra­pie bei benigner Prostatahyperplasie

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Was ist die benigne Prostatahyperplasie?

Als benigne Prostatahyperplasie (BPH) bezeichnet man die langsame gutartige Vergrößerung der Prostata vorwiegend bei älteren Männern.

Wie häufig ist die benigne Prostatahyperplasie?

Ca. 70% der Männer über 60 Jahren leiden unter der symptomatischen benignen Prostatahyperplasie.

Was sind die Symptome der benignen Prostatahyperplasie?

Die Harnröhre (der Abflusskanal der Harnblase) verläuft im Zentrum der Prostata. Bei Prostatavergrößerung wird die Harnröhre komprimiert und verengt, was zu einer zunehmenden Schwierigkeit beim Wasserlassen führen kann. Patienten, die unter der benignen Prostatahyperplasie leiden, zeigen Symptomatik des unteren Harntraktes.

Darunter zählen folgende Symptome:

  • das Gefühl der unvollständigen Entleerung der Harnblase
  • häufiger Harndrang
  • schwacher Urinfluss
  • Unterbrechung und Fortsetzung der Miktion
  • Anspannung bei Miktion und
  • Nykturie (nächtliche Blasenschwäche)
Was sind die Therapieoptionen?

Abhängig vom Grad der Symptomatik sowie von der Arzt- und Patientenpräferenz existieren mehrere Therapieoptionen. Die medikamentöse Therapie kann zu einer deutlichen Verbesserung der Symptomatik führen. Bei Versagen der medikamentösen Option gibt es zahlreiche chirurgische Optionen. Die Goldstandard-Methode ist die transurethrale Resektion der Prostata (TURP). Retrograde Ejakulation (Samenfluss bei Ejakulation in die Harnblase statt durch die Harnröhre), Blutung, Stressinkontinenz, Harnröhreneinengung und Reintervention sind mögliche Komplikationen der TURP. Die minimal invasive Therapieoption (Prostata-Embolisation) bietet eine Alternative zur Chirurgie.

Was ist die Prostata-Embolisation und wer führt sie durch?

Die Arterie zur Prostata (Arteria vesicalis inferior) versorgt die Prostata. Daher ist es möglich, die Seitenäste dieser Arterie, die die Prostata mit Blut versorgen, mittels Injektion kleiner Partikel zu “verstopfen“ und die Blutzufuhr zu unterbinden. Diesen Vorgang nennt man “Embolisation“. Dieses Verfahren wird seit über 20 Jahren erfolgreich angewandt, um verschiedene Ursachen der Beckenblutung, wie z.B. die unkontrollierte Blutung nach Prostataoperation oder bei Prostatakrebs, zu behandeln. Diese Methode (Embolisation) zur Behandlung der benignen Prostatahyperplasie wurde in 2008 zum ersten Mal angewandt. Das Verfahren wird von Ärzten durchgeführt, die sich auf dem Gebiet der interventionellen Radiologie spezialisiert haben.

Wie wird eine Prostata-Embolisation durchgeführt?

Zuerst wird die Leistenregion örtlich betäubt. Dann wird mittels einer speziellen Nadel ein sehr kleines Loch in das Blutgefäß in der Leiste gestochen, in welches eine sogenannte “Schleuse“ (ein Führungsschlauch, der die Untersuchung ohne wesentlichen Blutverlust ermöglicht) eingebracht wird. Über diese Schleuse wird dann ein Katheter (ein dünner flexibler Spezialschlauch) unter angiographischer Sichtkontrolle
eingeführt, über den man bis in das Prostata versorgende Blutgefäß gelangt. Ist der Katheter korrekt platziert, werden die Embolisationspartikel über den Katheter in das Gefäß gespritzt. Eine von uns in Frankfurt neu entwickelte Methode, nämlich die prä-interventionelle Planung des Verfahrens mittels Kernspintomographie, führt zu einer deutlichen Reduktion der Strahlenbelastung und des angewendeten Kontrastmittelvolumens.

Wie lang ist der Krankenhausaufenthalt beieiner Prostata-Embolisation?

Die Behandlung kann ambulant durchgeführt werden, d.h. der Patient kann am gleichen Tag entlassen werden. Normalerweise können alltägliche Aktivitäten nach einigen Tagen wieder aufgenommen werden.

Wie hoch ist die Komplikationsrate?

Wie bei jedem medizinischen Eingriff können Komplikationen auftreten. Zu einem sind es Komplikationen durch die Intervention selbst, wie z. B. Blutung oder Hämatom an der Punktionsstelle, zum anderen sind es Komplikationen durch die Prostata-Embolisation wie z. B. Blutung beim Wasserlassen oder beim Stuhlgang, Infektion der Prostata oder Blut im Samen. Diese sind allerdings nur vorübergehend und benötigen in der Regel keine spezielle Therapie. Schwergradige Komplikationen, die eine chirurgische Intervention brauchen, wie z. B. Blasenwandischämie, können in weniger als 1% der Fälle auftreten.

Komplikationen wie z. B. Impotenz, retrograde Ejakulation oder Inkontinenz wurden bisher nicht beobachtet.

Wie erfolgreich ist die Prostata-Embolisation?

Der durch Embolisation verringerte Blutfluss zur Prostata führt zu einer Volumenminderung der Prostatahyperplasie und somit zu einer Verbesserung der unteren Harntraktsymptomatik und Aufhebung der Einengung der Harnröhre (der Abflusskanal der Harnblase).
Eine neue Literaturübersicht aus dem Jahr 2014 zeigt eine deutliche Verbesserung der Patientensymptomatik mit einer Verminderung des Symptomatikgrades von einem Score von 23.31 auf einen Score von 8.1 nach 30 Monaten. Der Lebensqualitätscore
hat sich ebenfalls deutlich verbessert von einem Score von 4,34 auf einen Score von 1.85 nach 30 Monaten.

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