Uniklink Frankfurt/Main

Laserinduzierte Thermotherapie (LITT)

Spezielle minimal-invasive Thermotherapie von Leber- und Lungentumoren.

Sehr geehrte Patientin und Patient, Leserin und Leser,

auf den folgenden Seiten möchten wir Sie über das minimal invasive Therapieverfahren der laserinduzierten Thermotherapie (LITT) informieren.

Um die Laserung unter magnetresonanztomographischer Steuerung durchführen zu können, ist es zunächst notwendig ein oder mehrere Lasersysteme in dem Tumor zu positionieren. Die Punktion wird deshalb meistens unter computertomographischer Steuerung durchgeführt, um das Lasersystem möglichst exakt ins Zentrum des Tumors zu bringen. Je nach Größe der Läsion sind ein oder mehrere Lasersysteme zur Therapie notwendig. In seltenen Fällen kann die Punktion auch unter sonographischer Steuerung erfolgen.

Vor der eigentlichen Punktion bekommen Sie zunächst eine örtliche Betäubung (Lokalanästhesie) im Bereich der Bauchdecke. Anschließend wird in mehreren Schritten das Laserapplikationsset eingebracht (siehe Abbildungen)

Die Nutzung lokaler, thermischer Effekte im Tumorgewebe bildet die Basis neuer, minimal invasiver Therapieverfahren. Seit der Entwicklung der MR-gesteuerten Laserinduzierten Interstitiellen Thermo (LITT) besteht die Möglichkeit, Laserstrahlung exakt in das zu therapierende Gewebevolumen zu bringen.
Mittels eines speziellen Laserapplikators wird die Energie in das Gewebe eingestrahlt. Dort kommt es zu einer Absorption des Laserlichtes, wodurch das Gewebe erhitzt wird. Durch diese Hitze werden der Tumor und ein Sicherheitsraum um den Tumor herum zerstört. Um die möglichen Vorteile der Wirkung und Genauigkeit der Therapie zu nutzen, müssen alle an der Therapie beteiligten Faktoren optimal aufeinander abgestimmt werden. Dazu ist es notwendig, die Dauer der Laserung und die Leistung des Lasers exakt zu berechnen. Je nach Größe, Zahl und Lage der zu therapierenden Läsionen sind dabei unter Umständen mehrere Lasersonden bzw. mehrer Therapiezyklen notwendig. Diese Parameter werden individuell an die Erkrankung angepasst. In der Praxis werden im Tumorgewebe dabei Temperaturen zwischen 60 bis 110°C erzielt. Damit unterscheidet sich die LITT-Behandlung deutlich von der
klassischen Hyperthermie. Es ist wissenschaftlich zweifelsfrei belegt, dass die lokale Entfernung/Zerstörung von Lebermetastasen das Überleben des Patienten deutlich verlängert und der alleinigen Chemotherapie vorzuziehen ist.

Die LITT wird nach umfangreichen präklinischen Untersuchungen seit 1993 von unserer Arbeitsgruppe mit Erfolg am Menschen eingesetzt. Die bisherigen Ergebnisse belegen, daß der Einsatz der LITT zur permanenten und erfolgreichen Ausschaltung umschriebener Tumore geeignet ist. Die Steuerung und Überwachung während der Thermotherapie mittels MRT erlaubt eine exakte Kontrolle dieses minimal invasiven Eingriffs.

Indikationen:
Für wenn eignet sich diese Therapieart?

LITT von Lebertumoren

  • Maximale Anzahl: 5 Läsionen
  • Maximaler Durchmesser: 50 mm
  • Rezidivmetastasen bei Patienten, bei denen bereits eine Leberteilresektion erfolgte.
  • Progress der Metastasen unter Chemotherapie
  • Bilobulärer Befall (Befall beider Leberlappen)
  • Patienten mit Kontraindikationen zur Operation
  • Patienten, die bei primärer Inoperabilität durch LITT in eine operable Situation überführt werden können (Metastasen in beiden Leberlappen).
  • LITT als Ersatz der chirurgischen Resektion oder systemischen/lokalen Chemotherapie, wenn diese vom Patienten abgelehnt wird

2. LITT von Weichteiltumoren

  • Rezidivtumoren
  • Kopf- Halsregion
  • Oberbauch
  • Retroperitoneum
  • Lymphknotenmetastasen
  • Kopf- Halsregion
  • Oberbauch
  • Retroperitoneum

3. Spezialindikationen

  • Nierentumor
  • Prostatatumor
  • Sonstige Weichteiltumore

Um die Laserung unter magnetresonanztomographischer Steuerung durchführen zu können, ist es zunächst notwendig ein oder mehrere Lasersysteme in dem Tumor zu positionieren. Die Punktion wird deshalb meistens unter computertomographischer Steuerung durchgeführt, um das Lasersystem möglichst exakt ins Zentrum des Tumors zu bringen. Je nach Größe der Läsion sind ein oder mehrere Lasersysteme zur Therapie notwendig. In seltenen Fällen kann die Punktion auch unter sonographischer Steuerung erfolgen.

Vor der eigentlichen Punktion bekommen Sie zunächst eine örtliche Betäubung (Lokalanästhesie) im Bereich der Bauchdecke. Anschließend wird in mehreren Schritten das Laserapplikationsset eingebracht (siehe Abbildungen)

Ablauf der laserinduzierten Thermotherapie

  • Durchführung einer kontrastmittelverstärkten (Magnevist) MRT-Untersuchung zur genauen Therapieplanung sowie einer Blutabnahme zur Bestimmung der Gerinnungsfaktoren und evtl. der Tumormarker
  • Aufklärung des Patienten über die Thermotherapie mit möglichen Komplikationen durch einen Arzt und schriftliche Einwilligung des Patienten

Durchführung der laserinduzierten Thermotherapie:

  • Punktion des Tumors in Lokalanästhesie unter computertomographischer (CT) - oder Ultraschallsteuerung. Einbringen des Laserapplikatorsystems
  • Durchführung der eigentlichen Laserung unter MRT-Kontrolle
  • Unmittelbar nach der Laserung Kontrolle des Therapieerfolges mittels kontrastmittelverstärkter MRT-Untersuchung

Graphische Darstellung der LITT Therapie in der Leber

Quelle: Prof. Dr. med. Nagy Naguib, Größe: 4,7 MB , Dauer: 01:14 min


Graphische Darstellung der LITT Therapie in der Lunge

Quelle: Prof. Dr. med. Nagy Naguib, Größe: 6,8 MB , Dauer: 01:14 min


Nach der laserinduzierten Thermotherapie:

  • Vorbeugende Maßnahme: 6h Bettruhe mit regelmäßiger Blutdruck, Puls- und Temperaturkontrolle; Flüssigkeitszufuhr
  • Weitere Therapiekontrollen mittels kontrastmittelverstärkter MRT-Untersuchung nach 24 bis 48 Stunden und dann im 3-monatigem Abstand; ggf. Blutabnahmen.

1. Punktion der Leber unter CT-Kontrolle
2. Einbringen des Führungsdrahtes
3. Platzierung des Applikators unter CT-Kontrolle
4. Platzierung des Applikators unter CT-Kontrolle