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Ein besseres Bild von COVID-19 – hohe Auszeichnung für weltweit einzigartiges radiologisches Netzwerk

Die Deutsche Röntgengesellschaft hat im November 2021 im Rahmen des 102. Deutschen Röntgenkongresses die Hermann-Rieder-Medaille verliehen. Geehrt wurde das koordinierende Team des radiologischen Forschungsnetzwerks RACOON (Radiological Cooperative Network), das eine wesentliche Grundlage für die Erforschung und Versorgung von COVID-19 geschaffen hat und ein Vorzeigeprojekt der vernetzten Hochschulmedizin ist. RACOON ist Teil des Netzwerks Universitätsmedizin (NUM), das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) umfangreich gefördert wird.Die Auszeichnung erhielten Univ.-Prof. Dr. Bernd Hamm, Direktor der Klinik für Radiologie an der Charité – Universitätsmedizin Berlin, Univ.-Prof. Dr. Thomas J. Vogl, Leiter des Instituts für Diagnostische und Interventionelle Radiologie am Universitätsklinikum Frankfurt, PD Dr. Tobias Penzkofer von der Klinik für Radiologie an der Charité – Universitätsmedizin Berlin, sowie Dr. Andreas Bucher vom Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie des Universitätsklinikum Frankfurt.

Die COVID-19-Pandemie hat besondere Herausforderungen innerhalb des Gesundheitssystems verdeutlicht. Dazu zählte die begrenzte Infrastruktur für eine nationale Zusammenarbeit. Um dafür eine Grundlage zu schaffen, wurde das Netzwerk Universitätsmedizin vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gegründet und die Ausgestaltung durch die Universitätsklinika initiiert. Insgesamt werden aktuell 13 Verbundprojekte gefördert.

Die Radiologie nimmt eine Vorreiterstellung in der digitalisierten Medizin ein und konnte sich schnell zu einem dieser Verbundprojekte zusammenschließen. RACOON gelang es, in der bisher größten universitätsmedizinischen Vernetzungsinitiative, als einzigem Projekt alle Universitätsklinika einzuschließen. Es zählt derzeit über 300 aktive Projektbeteiligte aus allen Partnerstandorten und bildet eine Basis für die Teilnahme aller interessierten Kolleginnen und Kollegen im Rahmen uniklinikübergreifender Zusammenarbeit. Zu den renommierten Forschungs- und Entwicklungspartnern in RACOON zählen außerdem das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ), die Technische Universität Darmstadt, das Fraunhofer-Institut für Digitale Medizin MEVIS in Bremen, die Mint Medical GmbH und die Firma ImFusion sowie das Institut für Künstliche Intelligenz in der Medizin des Universitätsklinikums Essen, vertreten durch den Mit-Initiator Prof. Dr. Dr. Jens Kleesiek.

Wegweisende Technik zur Erforschung einer immensen COVID-19-Datenbasis

Neben der Größe stellt der Innovationsgrad des Projektes eine Besonderheit dar. RACOON bietet eine Ende-zu-Ende-Lösung in der Bildgebungsforschung, also ein umfassendes Konzept des maschinellen Lernens. Der Schwerpunkt liegt auf der Entwicklung Künstlicher Intelligenz, mit der radiologisches Bildmaterial automatisch analysiert werden kann. Das Spektrum der Anwendungsmöglichkeiten ist groß. Die modulare Konzeption ermöglicht eine zunehmende Erweiterung. Die breite Aufstellung der Partner verschafft dem Projekt auch im internationalen Vergleich ein Instrumentarium auf dem technisch höchsten Niveau.

Durch RACOON entsteht eine bisher unerreichte Datengrundlage zur Erforschung von COVID-19 und weiteren repräsentativen und vergleichbaren Lungenerkrankungen. Hierzu wurden Befundungsstandards geschaffen, die ein umfassendes Bildglossar, ausführliche Dokumentationsmaterialien, interaktive Workshops und Lehreinheiten beinhalten. Alles dient einem zentralen Ziel: hochqualitative, umfassende strukturierte Datenerfassung. Auf dieser Grundlage wurde die RACOON-Kohorte aufgebaut, die aus über 14.000 CT-Untersuchungen und über 3.000 Röntgenuntersuchungen inklusive maschinenlesbaren, strukturierten Befunden besteht. Damit handelt es sich um einen repräsentativen, deutschlandweiten Datensatz zur kollaborativen Bilddatenforschung mit derzeit über 6,6 Millionen Befunditems. RACOON ermöglicht damit innovative Zusammenarbeit. Aus dem Engagement der radiologischen Community ist es gelungen, eine kollaborative – statt kompetitive – Umgebung ins Leben zu rufen. Mehr als 30 kollaborative Forschungsprojekte wurden bereits vorbereitet, weitere sind in Planung.

Höchste radiologische Auszeichnung in Deutschland

Die Hermann-Rieder-Medaille ist die höchste Auszeichnung der Deutschen Röntgengesellschaft. Sie wird als Anerkennung für herausragende Verdienste im Fach der theoretischen oder klinischen Radiologie in Wissenschaft und Praxis verliehen. Die letzte Verleihung fand 2017 statt. In der Vergangenheit wurde die Medaille an Wegbereiter bahnbrechender Innovationen wie Willi Kalender verliehen, der das heute weltweit als Standard eingesetzte Spiral-CT erfunden hat. Daher ist es umso bemerkenswerter, dass mit Dr. Andreas Bucher und PD Dr. Tobias Penzkofer zwei Ärzte bereits früh in ihrer Karriere als Preisträger ernannt wurden, sie sind damit die jüngsten Träger dieser Auszeichnung. Dies verdeutlicht den besonderen Stellenwert des Vernetzungsprojektes, das neue Maßstäbe im Bereich der vernetzenden Forschungsinfrastruktur setzt. Bisher gibt es weltweit kein vergleichbares Projekt in dieser Dimension und Funktionalität.

Bildmaterial:

Die Verleihung der Hermann-Rieder-Medaille: Dr. Andreas Bucher, PD Dr. Tobias Penzkofer, Univ.-Prof. Dr. Thomas J. Vogl, Univ.-Prof. Dr. Bernd Hamm und Prof. Dr. Barkhausen (v. l.)
Download unter: www.kgu.de/index.php?id=13207
Der Abdruck der Fotos ist kostenfrei
Copyright: Universitätsklinikum Frankfurt

Für weitere Informationen:

Dr. Andreas Bucher
Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie
Universitätsklinikum Frankfurt
Telefon: +49 69 63 01 – 80 40 5
E-Mail: andreas.bucher@kgu.de

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