Kolon-Kontrasteinlauf
Terminvereinbarung unter der Rufnummer: (069) 6301-87202
Sehr geehrte Leser, liebe Patienten und Patientinnen,
auf dieser Seite möchten wir Sie über die Untersuchung des Kolon-Kontrasteinlauf informieren, bei der Kontrastmittel als Einlauf in den Dickdarm gebracht wird. Der Colon-Kontrasteinlauf gehört zu den bildgebenden diagnostischen Verfahren.
Kontraindikationen
Zu den absoluten Kontraindikationen zählen:
- freie Perforation und/oder diffuse Peritonitis
- toxisches Megakolon
- betagte Patienten in schlechtem Allgemeinzustand (bei Fehlen therapeutischer Konsequenzen)
- fragliche oder bekannte Schwangerschaft
Als relative Kontraindikationen gelten:
- kardiale und respiratorische Insuffizienz
- akuter Schub einer Colitis ulcerosa
- stenosierende Divertikulitis
- Unmöglichkeit der Reinigung des Kolons
- fehlende Kooperationen des Patienten
- frühes postoperatives Stadium und Zustand nach Biopsie und Polypektomie
Komplikationen
Unter Beachtung der Indikationen, Risikofaktoren und Vorsichtmaßnahmen ist der Kontrasteinlauf eine risikoarme Untersuchung. Über die Komplikationsrate des Kontrasteinlaufes liegen unterschiedliche Abgaben vor; die Perforationsrate beträgt 0,008 - 0,04%. Im Vergleich hierzu liegt die Perforationsrate für die diagnostische Koloskopie bei 0,14 - 0,79%. Eine Perforation des Darmes ist also sehr selten, dieses kann durch:
1. Ruptur des Rektums durch Überblähung des Ballons.
2. Ruptur durch hydrostatischen Druck im Bereich von Schwachstellen.
"Schwachstellen" des Darmes können sein: Karzinome (und deren Rezidive), Metastasen, Entzündungen, Ischämie, Biopsie und Polypektomie, Divertikelkrankheit und deren Komplikationen, Anastomosen nach Operationen sowie Anus praeter.
Seltene Komplikationen sind:
- Ruptur des Scheidengewölbes (bei falscher Plazierung eines Ballonskatheters in die Scheide)
- Bariumsulfat-Übertritt in das venöse System
- Gas im Pfortadersystem
- Wasserintoxikation
- transitorische EKG-Veränderungen
- retroperitoneales Emphysem
- Eindickung von Bariumsulfat: z.B. proximal einer Obstruktion
Vorbereitung zum Kolon-Doppelkontrast
2 Tage vor der Untersuchung:
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leichte, schlackenarme Kost
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Erlaubt sind:
(Frühstück, Mittag- und Abendessen)
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Kaffee oder Tee (ohne Milch), Zwieback, Weißbrot, Quark, Joghurt, Butter, Konfitüre, klare Suppen, Fisch (gekocht), Püree, Götterspeise
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Möglichst viel trinken!
2-3 Liter pro Tag!
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Verboten sind:
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Gemüse, Obst, Salate, Vollkornprodukte, Reis, Fleisch
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1 Tag vor der Untersuchung:
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nur klare Flüssigkeiten
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Frühstück:
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Kaffee oder Tee (ohne Milch), 2 bis 3 Scheiben Zwieback mit Konfitüre
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Nach dem Frühstück (8.00 Uhr) einnehmen:
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Prepacol-Lösung mit 1 Glas Wasser
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Möglichst viel trinken!
2-3 Liter pro Tag!
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Jede Stunde:
(von 9.00 - 22.00 Uhr)
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1 Glas Wasser (ca. 200ml) oder Kaffee, Tee (ohne Milch) klare Säfte, fettfreie Suppen (ohne Einlagen), Fleischbrühe, Mineralwasser
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Kein Mittagessen
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13.00 Uhr:
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4 Prepacol-Tabletten mit Wasser einnehmen.
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Kein Abendessen
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Untersuchungstag:
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Nicht essen, nicht rauchen
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Erlaubt sind:
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1 bis 3 Tassen Kaffee oder Tee (ohne Milch), Mineralwasser
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30 Minuten vor der Untersuchung:
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1-2 Klysmen durchführen; vor Entleerung möglichst 15-20 Minuten warten.
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Medikamente nur auf besondere Anordnung des behandelnden Arztes einnehmen!
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Untersuchungsablauf
Die Untersuchung wird mit einer kurzen Anamnese und Information des Patienten über den
Untersuchungsablauf eingeleitet.
Der Patient muss sich vor der Untersuchung zur vollständig entkleiden. Die orale Gabe von Atropinsulfat (cave: Kontraindikationen) vor der Untersuchung verbessert den Kontrastmittelbeschlag der Darmwände. Vor Untersuchungsbeginn wird häufig noch eine kurze rektale Untersuchung gemacht, um Passagehindernisse im Enddarmbereich zu erkennen. Nun wird das Ballondarmrohr in Linksseitenlage eingeführt und der Ballon wird aufgeblasen. Alternativ kann bei Patienten mit intaktem Schließmuskel auch ein normales Darmrohr verwendet werden. Danach erfolgt unter Durchleuchtung eine Kontrolle der korrekten Position des Ballondarmrohres.
Jetzt wird der Kontrastmitteleinlauf gestartet. Nachdem sich der Dickdarm bis über die linke Flexur mit Kontrastmittel gefüllt hat, wird zum teilweisen Abfluß des Kontrastmittels der Irrigationsbeutel auf den Boden gelegt. Danach wird der Barium-Abflußschlauch wieder abgeklemmt. Der Patient wird nun aufgefordert, sich mindestens einmal um die eigene Längsachse zu drehen. Nun wird Luft in den Dickdarm einzublasen. Dadurch und durch das Drehen des Patienten wird versucht, das Kontrastmittel bis zum Coecum vorzubringen. Die eingeblasene Luft kann etwas unangenehm sein, da sie das Gefühl starker Blähungen verursacht. Es werden durchleuchtungsgezielt durch unterschiedliche Patientenlagerung bzw. durch Tisch- und/oder Röhrenbewegung sämtliche Abschnitte des Dickdarms in mehreren Ebenen dargestellt. Folgende Aufnahmeprojektionen werden häufig gemacht:
- Übersichtsaufnahme im Liegen
- Übersichtsaufnahme im Stehen
- Zielaufnahme: linke und rechte Flexur im Stehen
- Zielaufnahme: Rectum links und rechts seitlich
- Zielaufnahme: Sigma (meist gekippte Aufnahme)
- Zielaufnahme: Coecum
Dokument-Datum:
13.08.2005
Autor:
Ahmed Koujan
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