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Transjugulärer Intrahepatischer Portosystemischer Stent-Shunt

Der transjuguläre intrahepatische portosystemische Shunt ist eine minimal-invasiv Methode, mit der ein Überdruck in der zur Leber führenden Pfortader durch Anlage einer geschaffenen Verbindung zwischen der Pfortader und der Lebervene in der Leber abgebaut werden kann. Mit der TIPSS soll erreicht werden, dass die zum Teil lebensbedrohenden Gefahren, die mit diesem Blutstau verbunden sind, verringert werden.

Wie kommt es zum Pfortaderhochdruck?

Pfortaderhochdruck beschreibt die Druckerhöhung im Stromgebiet der Vena portae. Meistens ist der Pfortaderhochdruck die Folge einer Leberzirrhose. Durch den zirrhotischen Umbau der Leber werden auch die Blutgefäße verengt, die durch das Organ führen.Es kann nicht mehr die notwendige Menge Blut durch die Leber hindurch zum Herzen fließen. Das Blut staut sich auf der Zuflussseite in der Pfortader. Dort entsteht dadurch ein Überdruck.

Welche Folgen hat der Hochdruck in der Pfortader?

Dies kann zu varikösen Umgehungskreisläufen wie zum Beispiel Ösophagusvarizen, Fundusvarizen, hypertensive Gastropathie, Caput medusae führen, ebenso zur Splenomegalie und Aszites. In solchen Umgehungskreisläufen kann es zu plötzlichen, heftigen und lebensgefährlichen Blutungen kommen. Die Aszites ist eine Folge des Pfortaderhochdrucks, dass die Nieren Wasser und Kochsalz nicht mehr richtig ausscheiden. Das zurückgehaltene Wasser sammelt sich dann im Gewebe, am Anfang als Ödeme in den Beinen und zum Schluss auch in der Bauchhöhle, an. Diese Bauchwassersucht ist für den Patienten sehr unangenehm und kann bei einer Infektion in der Bauchhöhle lebensgefährlich werden.

Indikationen

  • Mittelgradiger bis schwerer Aszites: Wenn Aszites konservativ nicht ausreichend behandelt werden kann
  • Akute Varizenblutung (Notfall-TIPS)
  • Sekundärprophylaxe von Varizenblutungen (nach Erstblutung)
  • Bei rezidivierenden Blutungen, die Bluttransfusionen notwendig machen
  • Budd-Chiari-Syndrom
  • Exzessive Splenomegalie
  • (Primär-)Prophylaxe einer Erstblutung aus Varizen

Kontraindikationen

  • Pfortaderthrombose
  • Rechtsherzinsuffizienz
  • Pulmonale Hypertonie
  • Spontane bakterielle Peritonitis
  • Polyzystische Lebererkrankung
  • Bei sehr schlechte Gerinnungswerte (INR>2) oder Thrombozytopenie (<50.000/µl)
  • Hepatische Enzephalopathie

Wann wird die TIPS durchgeführt?

Werden die Folgen des Pfortaderhochdrucks für den Patienten lebensbedrohlich Gefährlich ist die Anlage einer TIPS gegeben. In diesem Stadium der Erkrankung der Leber kann nur noch eine Lebertransplantation eine Heilung des Patienten herbeiführen. Da jedoch eine Transplantation eine schwere Operation ist und wegen des Mangels an Spenderorgane nicht immer gleich möglich ist. Durch die Anlage einer TIPS kann man die Zeit bis zur einer Transplantation überbrücken.

Wie wird die TIPS durchgeführt?

Als erstes erhält der Patient ein Scherz- und Beruhigungsmittel. Eine Vollnarkose ist nicht möglich, weil die Mitarbeit des Patienten während des Eingriffs notwendig ist. In der Regel wird ein Katheter an der rechten Seite des Halses in eine Vene eingeführt und bis zu den rechten Lebervenen vorgeschoben. Dieser Katheter dient zum Einführen aller notwendigen Geräten für die Anlage des Shunt. Von der rechten Lebervene (meist mittels Einsatzes eines Ultraschallgerätes gesteuerte) aus wird innerhalb der Leber mit einer sehr stabilen steuerbare Hohlnadel eine Verbindung zur Pfortader gestochen. Nach der erfolgreichen Punktion der Pfortader wird mittels Ballondilatation eine intrahepatische Verbindung zwischen der Lebervene und einem Ast der Pfortader geschaffen. Dieser Trakt wird dann mit Hilfe eines Stents offen gehalten.

Welche Komplikationen bei einer TIPS-Anlage können auftreten?

Die häufigste Komplikation bei der TIPS-Anlage liegt in der Blutungsgefahr. Es kann nach Anlage der TIPS vorkommen, dass die ableitenden Lebervenen mit der Zeit sich Verengen und somit die Durchblutung sich wieder verschlechtert. In seltenen Fällen kann sich auf der Wand des Stents Ablagerungen festsetzen. Bei so einen Fall muss eine Neueinstellung der TIPS vorgenommen werden. Durch die Umverteilung des Blutflusses begünstigt eine TIPS-Anlage die Entwicklung einer hepatischen Enzephalopathie.

 

Dokument-Datum: unknown   Autor: Ahmed Koujan

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Druckversion: 03.09.2010 08:34:43
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