Dissertation & Habilitation
Dissertation
"Wertigkeit der MRT für die Diagnostik und Intervention von Tumoren der Kopf-Halsregion unter Einsatz des nicht-ionischen Kontrastmittels Gadodiamide sowie schneller Sequenzen und Fettunterdrückungstechniken"
Prädikat "summa cum laude"
Zusammenfassung:
Die Zielsetzung der Dissertation umfaßte die Analyse eines Gesamtkollektives von 847 Patienten mit pathologischen Prozessen in der Kopf-Halsregion, um die Wertigkeit der Kontrastmittelapplikation und neuer Sequenztech-niken für die Magnetresonanztomographie zu analysieren. Die Aufgabenstellung an die MRT umfaßt die Detektion pathologischer Läsionen, die differentialdiagnostische Einzuordnung sowie die exakte prätherapeutische Planung. Eine optimale Detektion resultiert aus einem an die Fragestellung adaptiertem Untersuchungsprotokoll, das jedoch die Erfordernisse einer Standardisierung erfüllen muß. Das im Rahmen dieser Arbeit untersuchte nichtionische Kontrastmittel Gadodiamide zeigte beim Hochdosiseinsatz im Vergleich zur Standarddosis von Gd-DTPA eine deutliche Überlegenheit. Dies beruhte auf der verbesserten Abgrenzbarkeit, der Anhebung des Kontrastes zwischen der Läsion und dem umgebendem Gewebe sowie der quantitativen Analyse der erzielten Daten.
Erstmals konnte im Rahmen dieser Arbeit durch den Nachweis eines Perfusions- und Vaskularisationseffekt ("drop-out"-Effekt) im frühen Verlauf der Zeit-Signalintensitätskurve ein differentialdiagnostisches Kriterium erarbeitet werden, das eine zuverlässige Differenzierung von Glomustumoren versus anderen Tumoren ermöglicht. Das vorgestellte Sequenzprofil erlaubte dabei eine quantitative und qualitative Analyse und konnte inzwischen klinisch etabliert werden.
Die FATSAT-Sequenz, die mittels einer Tune-up Sequenz optimiert werden kann, erfüllt weiterhin die Erfordernisse der weiteren Verbesserung der MRT der Kopf-Halsregion. Es gelingt eine verbesserte Abgrenzbarkeit der Läsionen sowie eine Optimierung der Läsionsdetektion und Beurteilung der Infiltrationstiefe.
Die vorliegende Arbeit konnte durch die Analyse der verschiedenen Sequenzprofile zeigen, daß, an die klinische Fragestellung angepaßt, ein Untersuchungsprotokoll mit Einschluß von konventionellen T2- und T1-gewichteten Sequenzen, Fettunter-drückungstechniken sowie schnellen Sequenzen in Zusammenarbeit mit einer Kontrastmittelapplikation heute eine Optimierung der prätherapeutischen Diagnostik zuläßt. Darüber hinaus konnten die zahlreichen Untersuchungen den Beweis erbringen, daß die kontrastverstärkte MRT auch für die Therapiekontrolle und Rezidivdiagnostik ein zuverlässiges Verfahren darstellt.
Im Rahmen klinischer und experimenteller Untersuchungen konnte die MRT über die diagnostischen Aspekte hinaus für den Einsatz der MR-Thermometrie optimiert werden. Nach den experimentellen thermometrischen Untersuchungen konnte klinisch bei einer kleiner Gruppe von Patienten dieses neue vielversprechende therapeutische Alternativum eingesetzt werden. Es konnte der magnetresonanztomographische und klinische Nachweis einer Effizienz dieses Verfahrens erbracht werden.
Zusammenfassend zeigen die vorgestellten Ergebnisse, daß zur Abklärung pathologischer Prozesse der Kopf-Halsregion die optimierte kontrastmittelverstärkte MRT die diagnostische Methode der ersten Wahl darstellt. Darüber hinaus rechtfertigen neue Techniken wie die MR-Thermometrie in Kombination mit der laserinduzierten Thermotherapie die Anwendung der MRT zur Überwachung und Steuerung dieses therapeutischen Verfahrens.
Habilitation
" Experimentelle und klinische Evaluierung der MR-gesteuerten laserinduzierten Thermotherapie (LITT) zur Ablation von malignen Tumoren"
Zusammenfassung
Ziel dieser Arbeit war es, ein minimal invasives Verfahren zur Therapie von Lebermetastasen und anderen Weichteiltumoren zu entwickeln, zu optimieren und in die klinische Routine einzuführen. Entsprechend des Metastasierungsverlaufes bei Lebermetastasen sollte das zu entwickelnde Therapieverfahren a) minimal invasiv sein und idealerweise perkutan in Lokalanästhesie durchführbar sein, b) eine sichere, nebenwirkungsarme und zuverlässige Zerstörung des Tumors ermöglichen, c) eine Verlängerung der Überlebenszeit des Patienten erreichen, d) wiederholbar sein, da es gerade bei einer hepatischen Metastasierung häufig zu intrahepatischen Rezidiven kommt und e) sehr gut steuerbar sein, um auch Metastasen, die schwierig zentral in der Leber lokalisiert sind, sicher zu entfernen.
Aufgrund der zentralen Rolle der Leber im menschlichen Stoffwechsel wurde auf dieses Organ ein besonderes Augenmerk gerichtet und die Wertigkeit des entwickelten Therapieverfahrens der laserinduzierten interstitiellen Thermotherapie (LITT) insbesondere bei Lebermetastasen überprüft.
Im Rahmen der in-vitro Untersuchungen konnte gezeigt werden, dass mit der LITT zum einen gut abgrenzbare Koagulationsnekrosen induziert werden können und zum anderen für die Kernspintomographie temperatursensitive Meßsequenzen zur Verfügung stehen, die eine exakte Überwachung und Steuerung dieses Therapieverfahrens ermöglichen, da sich ein nahezu linearer Zusammenhang zwischen Temperaturanstieg im Gewebe und Signalabfall in den MRT-Aufnahmen zeigte.
Im Rahmen der in-vivo Untersuchungen, die in 4 Phasen an insgesamt 881 Patienten, bei denen 2471 Läsionen behandelt worden sind, durchgeführt worden sind, gelang es zunächst in den Phasen I und II aufgrund von technischen Weiterentwicklungen und gewonnener Erfahrung das LITT-Verfahren zu optimieren und standardisieren. Die wesentlichen Schritte waren dabei die Entwicklung eines gekühlten Power-Laserapplikationssystems, das es ermöglichte aufgrund der deutlich höheren Laserleistungen größere Koagulationsnekrosen in kürzerer Zeit zu erzielen und die Erkenntnis, dass auch bei der minimal invasiven Tumorablation, die Koagulationsnekrose einen deutlichen Sicherheitssaum von idealerweise größer 10 mm um die sichtbare Läsion herum, beinhalten muß, um ein Lokalrezidiv wirksam zu verhindern.
Durch diese Optimierungen des LITT-Verfahrens gelang es, die Lokalrezidivrate in der Kontrolluntersuchung 3 Monate nach LITT auf 2,4% und in der Untersuchung 6 Monate nach LITT auf 1,5% zu senken. Korrespondierend zu der sicheren und zuverlässigen lokalen Metastasenablation gelang es eine deutliche Verbesserung der Überlebensrate der Patienten zu erreichen. Die mittlere Überlebenszeit im Gesamtkollektiv betrug dabei 4,0 Jahre, in der Gruppe der Patienten mit kolorektalen Lebermetastasen 3,8 Jahre und bewegt sich damit in der Größenordnung der Überlebensraten nach offen-chirurgischer Resektion.
Im Rahmen von Kasuistiken konnte ferner gezeigt werden, dass sich die LITT auch zum Einsatz bei anderen Weichteiltumoren unter bestimmten Voraussetzungen im Rahmen einer Rezidivbehandlung eignet. Zusammenfassend zeigen die vorgestellten Ergebnisse der LITT, dass mit diesem Therapieverfahren ein sicheres Therapieverfahren zur Verfügung steht, das eine sehr niedrige Rate an klinisch relevanten Komplikationen aufweist, eine Verbesserung der Überlebenszeiten der Patienten bewirkt, wiederholt eingesetzt werden kann und das im Rahmen eines ambulanten Therapiemanagement durchgeführt werden kann.
Dokument-Datum:
27.12.2005
Autor:
Ahmed Koujan
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